Zahlenmäßig im Vordergrund steht die Operation der Bauchwandbrüche, einschl. der Leistenbrüche. Es werden jährlich über 350 Bruchoperationen durchgeführt.
Unsere vorrangigen Behandlungsziele sind: Gute Langzeitergebnisse, sofortige körperliche Belastbarkeit und eine geringe Rate an Wundkomplikationen.
Bei allen mittleren und größeren Brüchen wird heute durch das Einbringen eines Kunststoffnetzes (Polypropylen) ein sicherer Bruchlückenverschluss erreicht. Das verwendete Material ist sehr gut gewebeverträglich, es besteht eine über 50-jährige Langzeiterfahrung damit.
Die Leistenhernienoperation führen wir überwiegend minimalinvasiv, endoskopisch durch. Dabei wird innerhalb der Bauchdecken operiert und alle Bruchpforten mit einem Kunststoffnetz verschlossen (TEP). Von einem kleinen Schnitt unterhalb des Nabels werden auch beidseitige Brüche in einer Sitzung versorgt.
Bei komplizierten anatomischen Verhältnissen und Re-Eingriffen nach vorausgegangener Hernienoperation wird dieser Eingriff ebenso minimalinvasiv an der Innenseite der Bauchdecke durch-geführt (TAPP).
Die minimalinvasive Versorgung der Leistenbrüche (TEP/TAPP) erfordert eine Allgemeinnarkose.
Die dauerhafte Erfolgsrate dieser Eingriffe liegt bei über 95 %. Durch die fehlende Schnittführung in der Leiste sind lästige Nervenirritationssyndrome und Wundinfektionen extrem selten geworden.
Die Belastung kann im Gegensatz zu den konventionellen Verfahren bereits unmittelbar postoperativ erfolgen.
Kann eine minimalinvasive, endoskopische Bruchoperation nicht durchgeführt werden oder wird sie nicht gewünscht, ist das Standardverfahren, die Bruchlückenversorgung durch einen Schnitt in der Leiste mit Einbringen eines Polypropylennetzes von außen (OP nach Lichtenstein). Dieses Verfahren ist in Lokalbetäubung möglich.
Bei Kindern und Jugendlichen führen wir keine Implantation eines Kunststoffnetzes durch. Hier erfolgt entweder die sog. hohe Bruchsackligatur oder der Verschluss der Bruchlücke durch eine fortlaufende, elastische Naht (OP nach Shouldice).
Die Regelbruchoperation kann ambulant durchgeführt werden. Bei der stationären Behandlung erfolgt die Entlassung am zweiten postoperativen Tage.
Die Verfahrenswahl ist heute individuell. Jeder Patient kann sich nach entsprechender Beratung für seine optimale Bruchoperation entscheiden.
