Die Chirurgie des Magenkrebses hat an der Klinik eine lange Tradition, es werden jährlich rund 40 solcher Eingriffe durchgeführt. Wir überblicken die Ergebnisse von über 500 Resektionen. Der häufigste Eingriff ist die Gastrektomie und radikale Lymphknotendissektion, gefolgt von der subtotalen Gastrektomie. Von über 250 Gastrektomien wurden 50 % erweitert durchgeführt, hier wiederum die Hälfte transhiatal erweitert, d.h. unter Mitnahme eines Anteils der unteren Speiseröhre. Die anderen Erweiterungen beziehen sich auf umliegende Organ- oder Organteilstrukturen. Die hohe Anzahl der Erweiterungen unterstreicht das auf komplette Tumorresektion (R-0-Resektion) ausgelegte Operationskonzept der Klinik.
Die Letalität dieser Eingriffe liegt < 2 %, die interventionspflichtige Morbidität < 5%.
Auch in unserem Patientengut zeichnet sich über die letzten Jahre eine deutliche Zunahme des Cardiacarcinoms ab. Hier wenden wir die Klassifikation nach Sievert an, bei Typ II und III erfolgt die transhiatal erweiterte Gastrektomie unter Mitresektion des unteren Anteils der Speiseröhre.
Die Letalität und Komplikationsrate dieses Eingriffes ist im Vergleich zur Gastrektomie nicht erhöht.
Wenn Tumorlokalisation und Tumortyp es erlauben, wird subtotal gastrektomiert (4/5 Resektion). Die radikale Lymphknotendissektion wird im Sinne einer D II Lymphadenektomie durchgeführt. Selten ist die Splenektomie notwendig, bei entsprechender Indikation erfolgt die Zonensplenektomie. Bei ausgedehnten Tumoren kann die linksregional erweiterte Gastrektomie notwendig werden.
Die Rekonstruktion der Speisepassage erfolgt unter Berücksichtigung der postoperativen Lebensqualität. Nach einer Übergangsphase ist diese in aller Regel nicht eingeschränkt.
Bei gegebener Indikation legen wir einen Magenersatz-Pouch mit tiefer Roux-Y-Anastomose an, alternativ ein ösophagoduodenales Interponat mit Magenersatz-Pouch.
Bei metastasierendem Cardiacarcinom hat sich als palliativer Eingriff die limierte Resektion des Primärtumors in Form einer Cardiaresektion und die Interposition eines Dünndarmsegmentes (OP nach Merendino) als Alternative zur Stent-Behandlung bewährt.
Kleine Magenwandtumore werden minimalinvasiv laparoskopisch – endoskopisch in Zusammenarbeit mit der II. Med. Klinik des Hauses operiert.
Ergibt das präoperative Tumorstaging – ggf. unter Einschluss einer diagnostischen Laparoskopie – einen lokal fortgeschrittenen Tumor oder eine regionale Metastasierung, kommt eine neoadjuvante Chemotherapie mit nachfolgender Operation in Frage.
Ein der individullen Situation entsprechendes Therapiekonzept wird interdisziplinär erstellt, mit diesem Vorgehen bestehen an der Klinik langjährige Erfahrungen.
