Startseite  | Impressum  | Kontakt  | Sitemap  

Hauptmenü: überspringen

 Das Klinikum  | Ambulante Angebote  | Facheinrichtungen  | Weitere Einrichtungen

Pankreascarcinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)

Die Prognose des Bauchspeicheldrüsenkrebses ist nach wie vor ungünstig. Durch die früheinsetzende Streuung ist das Tumorleiden in den allermeisten Fällen als eine systemische Erkankung zu betrachten. Heute ermöglichen jedoch die Verbesserung der Operationsergebnisse und eine wirksame Chemotherapie eine Verlängerung der Überlebenszeit und eine Erhöhung der Heilungsraten.

Ziel der operativen Maßnahmen in unserem Hause:

  1. Die radikale Tumorentfernung einschließlich des regionalen Lymphabflussgebietes um regionale Tumorfreiheit zu erreichen und lokale Tumorkomplikationen und Rezidive zu vermeiden.
  2. Geringe postoperative Komplikationsrate, um in aller Regel postoperative indizierte Chemotherapie rasch zu ermöglichen
  3. Durch eine geeignete Rekonstruktion möglichst gute postoperative Lebensqualität und Vermeidung postoperativer Funktionsstörungen

Es werden jährlich ca. 40 Pankreasresektionen durchgeführt, wir überblicken über 300 Pankreasresektionen mit einer Letalität von unter 3 % und einer interventionspflichtigen Komplikationsrate von unter 10 %.
Die häufigste Operation ist die Whipple´sche Operation und regionale radikale Lymphknotendissektion.
Diese garantiert am zuverlässigsten regionale Radikalität, Vermeidung postoperativer Funktionsstörungen und langfristige Lebensqualität. Alternativ kommt in geeigneten Fällen die magenerhaltende Operation nach Traverso zur Anwendung.
Zur Sicherung der regionalen Radikalität wird eine komplette Skelettierung des Truncus coeliacus und seiner Äste sowie des rechtsseitigen Aspektes der Art. mesenterica superior durchgeführt.
Unabhängig vom intraoperativen Schnellschnittergebnis resezieren wir den Anfangsteil des Pankreaskorpus nach, um mit Sicherheit eine komplette Tumorresektion zu erreichen.
Das interaortokavale Kompartement wird mit ausgeräumt.

Zur Rekonstruktion führen wir zur Sicherung einer guten postoperativen Lebensqualität die aufwändige 2-Schlingen –Rekonstruktion durch. Die Pankreato-Jejunostomie und Hepatikojunostomie in offener Gangmukosatechnik jeweils end-zu-seit mit einer transponierten Jejunumschlinge, die GE (Gastroenterostomie) end-zu-end mit einer zweiten transponierten Jejunumschlinge und Anlage einer tiefen Roux-Y-Anastomose.

Bei tumoröser oder peritumoröser Gefäßinfilitration erfolgt die radikale Resektion einschließlich des betroffenen Gefäßsegmentes und die entsprechende Gefäßrekonstruktion, wobei wir die Implantation von Kunststoffinterponaten vermeiden. Auch bei fortgeschrittenen Tumoren sehen wir die Indikation zur Resektion einschl. aufwändiger Gefäßresektionen und Rekonstruktionen, wenn regionale Tumorfreiheit zu erreichen ist. In Verbindung mit der heute zur Verfügung stehenden effektiven Chemotherapie ist eine deutliche Verlängerung der Überlebenszeit in guter Lebensqualität möglich, in Einzelfällen auch Heilung.
Bei der Pankreaslinksresektion vermeiden wir durch eine  präoperative Pankreasgangentlastung (Papillotomie ggf. Stenteinlage) die oft langwierige postoperative Pankreasfistel.

Unter dem Aspekt einer heute zur Verfügung stehenden effektiven Chemotherapie lässt sich auch durch eine sog. palliative Pankreasresektion bei bereits klinisch erfolgter Metastasierung eine deutliche Verlängerung der Überlebenszeit erreichen. Wir sehen im Individualfall die Indikation zur palliativen Pankreasresektion in Verbindung mit einer postoperativen Chemotherapie.

Trotz ausgedehnter Resektionen ist klinisch die postoperative endokrine und auch exokrine Pankreasfunktion wenig beeinträchtigt.

Durch die verbesserte Diagnostik werden zunehmend Tumore im Bereich des Pankreascorpus und -schwanzes mit geringem Malignitätgrad diagnostiziert. Hier führen wir, wenn technisch möglich und onkologisch sinnvoll die milzerhaltende Pankreaslinksresektion unter Skelettierung der Gefäße durch.

 

Die Klinik nimmt an einer prospektiven Studie der Ludwig-Maximillians-Universität München teil. Dabei wird die Wirksamkeit einer zusätzlichen Therapie nach radikaler Tumorentfernung überprüft. Die Therapiearme umfassen die Monotherapie mit Gemzitabine. Die Kombinationstherapie mit Gemzitabine/Cisplatin sowie die Kombinations-Chemotherapie Gemzitabine/Cisplatin in Verbindung mit regionaler Hyperthermie. Patienten, die eine solche Therapie wünschen, können an der Studie teilnehmen und unter kontrollierten Bedingungen therapiert werden.

Intraoperative Bilder

Abbildung 1: intraoperativer Normalsitus nach Resektion des Pankreaskopfes

 

Abbildung 2: Rekonstruktion (OP nach Whipple)

Abbildung 3: Situs nach Pfortadersegmentresektion

Abbildung 4: Situs nach en-bloc Pankreaslinksresektion mit Tr. coeliacus Resektion und Transposition der A. gastroduodenalis zur Lebervaskularisierung

Abbildung 5: Beispiel Gefäßrekonstruktion nach V. mes. sup. Segmentresektion und A. hepatica sin. Segmentresektion

Abbildung 6: Beispiel Gefäßrekonstruktion nach A. hep. com. und A. lienalis Segmentresektion

Abbildung 7: Beispiel nach Resektion der zentralen Mesenterialwurzel mit V. mes. sup. Segmentresektion. Rekonstruktion des venösen Abflusses.

Abbildung 8: Situs bei niedrigmalignem Pankreascorpustumor

Abbildung 9: Situs nach milzerhaltender Pankreaslinksresektion

Luftaufnahme Klinikum