Der häufigste Eingriff an einem hormonbildenden Organ ist die funktionsorientierte Strumaresektion. Das normale Schilddrüsengewebe verbleibt, nur der krankhafte Anteil wird entfernt. Von der individuell verbleibenden Menge an normalem Schilddrüsengewebe hängt Art und Ausmaß der weiteren Prophylaxe ab.
Wir führen jährlich weit über 150 Schilddrüsenresektionen durch, die Operation wird grundsätzlich mit einer Lupenbrille durchgeführt. Die Stimmbandnerven und die Nebenschilddrüsenkörperchen werden routinemäßig dargestellt. Die Funktion des Stimmbandnervens wird elektrophysiologisch mit Hilfe des Neuromonitorings überprüft. Die gefürchtete Verletzung des Stimmbandnerven lässt sich so weitesgehend vermeiden. Der Hautschnitt wird vor der Operation markiert, zum Hautverschluss erfolgt eine intracutane Naht mit feinem Nahtmaterial und entsprechend günstigem, kosmetischem Ergebnis. Die Entlassung aus der stationären Behandlung erfolgt in aller Regel am 2. postoperativen Tage. Bei der, in unserer Region allerdings seltenen, kleinen Struma (Knoten unter 3cm, einseitiger Befund) kann minimalinvasiv vorgegangen werden.
Besonderen Wert legen wir auf die radikale Operation des Schilddrüsenkrebses. Diese schließt nicht nur die komplette Schilddrüsenentfernung mit ein, sondern auch die aufwändige Ausräumung der Lymphabflussgebiete mit Skelettierung der entsprechenden Gefäße und Nerven.
Die Resektion der Nebenschilddrüse bei Überfunktion (Hyperparathyreodismus) unterschiedlicher Genese führen wir routinemäßig durch. Mit der intraoperativen Bestimmung des Nebenschilddrüsenhormons (Parathormon) wird der Operationserfolg unmittelbar intraoperativ überprüft und eine unnötige Erweiterung der Operation vermieden.
