Die colorektale Chirurgie ist mit rund 500 Eingriffen ein wesentliches Standbein der chirurgischen Klinik. Es werden jährlich weit über 250 Resektionen von Colon und Rektum durchgeführt. Die Klinik ist als Darmzentrum zertifiziert.
Die Chirurgie des Dickdarmkrebses steht dabei zahlenmäßig im Vordergrund. Um die Heilungschance zur wahren, wird der Tumor und das gesamte mesenteriale Lymphabflussgebiet entfernt. Diese Eingriffe erfolgen heute entsprechend den Leitlinien absolut standardisiert. Die Letalität liegt unter
2 %, die interventionspflichtige Komplikationsrate unter 10 %.
Die Klinik wurde im Dezember 2008 als 1. Klinik in Schwaben erfolgreich als Darmzentrum zertifiziert. Damit ist für den Patienten eine weitreichende Qualitätskontrolle in der Behandlung des Dickdarm- und Mastdarmkrebses sichergestellt.
Rechtsseitige Dickdarmkrebse werden über schonende Querschnitte operiert.
Beim Rektumcarcinom erfolgt die komplette Excision des Mesorektums unter sorgfältiger Schonung des Plexus präsacralis zur Wahrung der Blasen- und Sexualfunktion. Die Anastomosen werden mit einem circulärem Klammernahtgerät transanal durchgeführt, zur Vermeidung postoperativer Stenosen wird grundsätzlich das größtmögliche Magazin angewendet. Bei tiefen Anastomosen erfolgt routinemäßig die Anlage eines protektiven Ileostomas. Bei Anastomosen im Bereich des unteren Rektumdrittels wird zu besseren Kontinenzfunktion ein sog. Pouch angelegt.
Beim Rektumcarcinom ist heute die kontinenzerhaltende Operation die Regel. Bei Tumoren im Bereich des Schließmuskels muss allerdings nach wie vor die Rektumamputation erfolgen. Eine lokale Tumorbehandlung kann nur bei sog. low risk-Tumoren unter Beachtung der individuellen Situation erfolgen.
Das präoperative Tumorstaging erfolgt endosonographisch und mittels NMR.
Bei wandüberschreitenden Tumoren des mittleren und unteren Rektumdrittels führen wir vor der Operation (neoadjuvant) die kombinierte Strahlen- und Chemotherapie durch. Dadurch wird eine Tumorregression und eine bessere lokale Tumorkontrolle erreicht. Häufig kann dann auch bei tiefsitzendem Mastdarmkrebs schließmuskelerhaltend operiert werden. Die multimodale Therapie des Rektumcarcinoms hat an der Klinik eine lange Tradition.
Besonderen Wert legen wir auf die Exploration des gesamten Bauchraumes, um eine eventuelle Metastasierung zu erfassen. Die intraoperative Sonographie der Leber erfolgt routinemäßig. Bei simultanen Lebermetastasen werden kleinere Leberresektionen (Segmentektomien) simultan mit der Resektion des Primärtumors durchgeführt. Ausgedehnte Resektionen erfolgen zweizeitig, in der Regel nach einer zwischengeschalteten Chemotherapie und Komplettierung derselben nach durchgeführter Lebermetastasenresektion.
Wenn es die Tumorsituation erlaubt, führen wir die anteriore Rektumresektion und radikale Lymphknotendissektion sowie die radikale Sigmaresektion laparoskopisch minimalinvasiv durch.
Bei der chronisch rezidiverenden Diverticulitis als häufigste entzündliche Darmerkrankung hat sich an unserer Klinik die laparoskopische Sigma- bzw. anteriore Rektumresektion als das Standardverfahren etabliert. Wir überblicken derzeit über 400 laparoskopisch minimalinvasive Resektionen in diesem Bereich mit einer Letalität von unter 1 % und einer interventionspflichtigen Komplikationsrate von unter 5 %. Auch fortgeschrittene Befunde mit rektovesicaler Fistel werden laparoskopisch operiert. Die Konversionsrate zum offenen Vorgehen liegt unter 7 %.
