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Darmkrebs ist kein Todesurteil

Leiter des Zertifizierten Tumorzentrums klärt über Therapiemöglichkeiten auf

Chefarzt Prof. Dr. Carsten Gutt ist Leiter des Zertifizierten Darmkrebszentrums am Klinikum Memmingen. Foto: Haas/Klinikum Memmingen

 

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Allerdings ist die Diagnose längst kein Todesurteil mehr, betont Chefarzt Prof. Dr. Carsten Gutt vom Klinikum Memmingen. „Denn die Therapien sind heutzutage hochwirksam und viel schonender als früher.“ Der Leiter des Zertifizierten Darmkrebszentrums spricht bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 18. März, ab 19 Uhr, im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) des Klinikums zusammen mit Kollegen über moderne Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.

 

Welche Fortschritte gibt es bei der Diagnose von Darmkrebs?

Prof. Dr. Carsten Gutt: Die Darmspiegelung ist und bleibt der Goldstandard bei der Vorsorge und Diagnostik von Darmkrebs. Denn frühe Vorstufen von Krebs, der ja meist durch entartete Polypen im Darm entsteht, können bei einer Darmspiegelung diagnostiziert und auch gleich entfernt werden. Die Endoskope, mit denen unsere Internisten bei einer Darmspiegelung arbeiten, zeichnen sich heutzutage durch eine extrem gute Bildgebung und Manövrierbarkeit aus. Dadurch werden Krebsvorstufen noch früher und präziser erkannt als früher. Dies verbessert natürlich die Vorbeugung von Darmkrebs deutlich.

 

Was passiert, wenn aus einem Darmpolyp bereits ein Tumor entstanden ist?

Prof. Dr. Gutt: Nicht nur Polypen im Darm, sondern auch ganz frühe Stadien von Krebsgeschwüren können bei einer Darmspiegelung entfernt werden. Durch diese schmerzfreie, minimalinvasive Methode kann eine Operation unter Vollnarkose zum Teil verhindert werden. Dies ist vor allem für ältere Patienten mit multiplen Vorerkrankungen ein relevanter Aspekt.

 

Wie geht man vor, wenn der Tumor bereits weiter fortgeschritten ist?

Prof. Dr. Gutt: Wenn der Tumor bereits tiefer in die Darmwand eingewachsen ist, reicht eine Darmspiegelung zur Heilung nicht mehr aus. Dann definieren wir in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz die bestmögliche Therapie für den Patienten. Kommt es zu einer Operation – möglicherweise in Verbindung mit einer Strahlen- oder Chemotherapie – entfernen wir nicht nur den Tumor selbst, sondern auch den angrenzenden Darmanteil mit entsprechendem Sicherheitsabstand sowie das dazugehörige Lymphabflussgebiet. Unser Pathologisches Institut liefert schon während der Operation erste Ergebnisse über die Ausbreitung des Tumors, sodass wir absolut zielgerichtet operieren können. Selbst Patienten mit späten Krebsstadien mit Metastasen in Leber und Lunge haben wir hier am Klinikum Memmingen schon geheilt.

 

Viele Patienten haben Angst vor einem künstlichen Darmausgang nach einer Operation. Ist diese Angst begründet?

Prof. Dr. Gutt: Sitzt der Tumor in der Nähe des Schließmuskels, kann es vorkommen, dass wir einen künstlichen Darmausgang anlegen müssen. Allerdings kann dieses sogenannte Stoma nach Ausheilung des Darmes meistens wieder zurückgelegt werden. Organ- und Funktionserhalt sowie die Wahrung einer möglichst hohen Lebensqualität sind für uns am zertifizierten Darmkrebszentrum des Klinikums Memmingen hohe Prämissen.

 

Stichwort Zertifizierung: Welche Vorteile bringt dem Patienten ein zertifiziertes Zentrum?

Prof. Dr. Gutt: Ein zertifiziertes Zentrum bietet dem Patienten entscheidende Vorteile in der Behandlungsqualität und Versorgungssicherheit. Studien belegen, dass Patienten in einem zertifizierten Zentrum bessere Heilungschancen haben. Denn die Zertifizierung garantiert, dass das Krankenhaus strenge fachliche Anforderungen und hohe Qualitätsstandards erfüllt. Eingriffe im Bauchraum sind diffizil und erfordern eine hohe chirurgische Expertise.

 

Das Klinikum Memmingen bietet eine kostenlose Informationsveranstaltung an zum Thema „Darmkrebs – Vorsorge, Diagnostik, Therapie“ am Mittwoch, 18. März 2026, um 19 Uhr, im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) des Klinikums Memmingen, Konferenzraum I (2. OG). Die Referenten: Chefarzt Prof. Dr. Carsten Gutt und Fachärztin Dr. Julia Weiskopf (Klinik für Allgemein-, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie) sowie Oberarzt Dr. Thomas Luttenberger (Medizinische Klinik II).

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