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„Ich wollte wieder mehr Patientennähe“

Spezialist auf dem Gebiet der Geburtshilfe und Pränatalmedizin: Prof. Dr. Burkhard Schauf, der neue Leiter der Geburtshilflichen Abteilung am Klinikum Memmingen. Foto: Ulrich Haas

 

Prof. Dr. Burkhard Schauf ist Spezialist auf dem Gebiet der Geburtshilfe und Pränatalmedizin (vorgeburtliche Medizin) und leitet seit einigen Monaten die Geburtshilfliche Abteilung am Klinikum Memmingen. Zuvor war der 58-Jährige über zehn Jahre Chefarzt der Frauenklinik der Sozialstiftung in Bamberg.  

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Schauf, aus welchem Grund haben Sie sich dafür entschieden, Ihre Chefarztstelle in Bamberg aufzugeben, um als Oberarzt nach Memmingen zu wechseln?

Prof. Dr. Burkhard Schauf: Der Hauptgrund: Ich wollte wieder mehr Patientennähe. Als Chefarzt hat man viele organisatorische Dinge zu regeln, sodass für die Medizin nicht mehr so viel Zeit bleibt. Außerdem kenne ich den Chefarzt der Memminger Frauenklinik (Privatdozent Dr. Felix Flock, Anm. d. Red.) seit zwei Jahrzehnten von gemeinsam organisierten Kongressen her. Da haben wir gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen.

Sie beide verbindet das Ziel, die Kaiserschnittrate in der Geburtshilfe relativ niedrig zu halten?

Prof. Schauf: Ja, genau! Während meiner Zeit in Bamberg ist es mir gelungen, die Rate von 38 auf 24 Prozent zu senken. In Memmingen befinden wir uns bereits auf einem niedrigen Niveau, nämlich bei 25 Prozent – und das trotz einer hohen Rate an Mehrlingsschwangerschaften. Zum Vergleich: Die deutschlandweite Kaiserschnittrate liegt bei 33 Prozent. Allerdings möchte ich hier betonen, dass eine Senkung der Rate nie auf Kosten der Sicherheit von Mutter und Kind geschehen darf, sondern immer nur zu ihrem Nutzen.

Warum ist denn eine niedrige Quote so erstrebenswert?

Prof. Schauf: Kurz gesagt: Weil eine Normalgeburt für Mutter und Kind das Beste ist. Eigentlich für die ganze Familie. Die Mütter erholen sich deutlich schneller nach der Geburt und für die Kinder ist eine natürliche Geburt das Beste und Gesündeste, was man ihnen mit auf den Weg geben kann.

Warum gibt es dann solch große Unterschiede bei der Kaiserschnittrate?

Prof. Schauf: Man muss enorm viel wissen, um nichts zu tun. Das heißt: Man braucht viel Wissen und Erfahrung, um keinen unnötigen Kaiserschnitt zu machen. Auch Zwillingsgeburten oder eine Beckenendlage des Kindes sind nicht zwingend eine Indikation für einen Kaiserschnitt. In vielen Krankenhäusern läuft aber, böse gesagt, die Geburtshilfe so nebenher. Dann ist die Kaiserschnittrate meist relativ hoch.

Profitiert auch das Krankenhaus von einer niedrigen Kaiserschnittrate?

Prof. Schauf: Krankenhäuser sollten immer das tun, was für Ihre Patienten das Beste ist. Wirtschaftlich gesehen kommen viele Häuser mit einer höheren Kaiserschnittrate besser weg, weil sie für eine Sectio (Kaiserschnitt) wesentlich mehr Geld bekommen als für eine – oft viele Stunden dauernde – Normalgeburt. Aber darauf sollte es den Häusern nicht ankommen. Außerdem profitiert ein Haus ja auch von einem guten Ruf – und den hat Memmingen aufgrund seiner qualitativ hochwertigen Geburtshilfe. Deswegen kommen viele Schwangere von weit her zu uns ans Klinikum – auch viele werdende Mütter von Zwillingen, weil sie wissen, dass bei uns nicht pauschal ein Kaiserschnitt vorgeschlagen wird.

Ihre Stelle als Leiter der Sektion Geburtshilfe am Klinikum Memmingen gab es so zuvor noch nicht, sondern wurde neu geschaffen und mit ihrer Person besetzt. Warum?

Prof. Schauf: Die Geburtenzahlen am Klinikum Memmingen nehmen stetig zu und die Geburtshilfe ist ein sehr umfangreiches sowie anspruchsvolles Gebiet, da macht es Sinn, einen weiteren Spezialisten mit ins Boot zu holen. Doch schon zuvor lief die Geburtshilfe auf einem sehr hohen Niveau.

Sie sind nicht nur im Krankenhaus selbst tätig, sondern auch im neu gegründeten Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Klinikums, wo Sie Risikoschwangere betreuen. Warum diese Regelung?

Prof. Schauf: Weil eine Verzahnung von ambulantem und stationärem Bereich für manche Patienten mit bestimmten Risiken ideal ist. Denn so können wir viele Risikoschwangere relativ lange ambulant betreuen und die Frauen müssen nicht schon viele Wochen vor der Geburt stationär im Krankenhaus liegen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir dann schon alles bestmöglich vorbereiten können, wenn die Frauen zu uns zur Geburt kommen. Und auch die Patienten wissen, mit wem sie es zu tun haben. Das schafft Vertrauen.

Was genau sind Risikoschwangere?

Prof. Schauf: Das sind schwangere Frauen, die bereits vor oder während der Schwangerschaft an Begleiterkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, leiden. Auch Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften oder Schwangere, die Komplikationen in einer vorausgegangenen Schwangerschaft hatten, zählen dazu. Risikoschwangere sind auch Frauen, bei denen beim ungeborenen Kind Auffälligkeiten nachgewiesen wurden, wie beispielsweise ein Herzfehler oder ein Wasserkopf.

Und wie kann man hier helfen?

Prof. Schauf: Ein Kind mit Herzrhythmusstörungen beispielsweise kann man schon im Mutterleib mit Medikamenten behandeln. Das Ganze muss natürlich gut überwacht werden. Wir führen auch kleinere Operationen an noch ungeborenen Kindern durch, beispielsweise wenn das Kind Wasser in der Lunge hat. Dann können wir mit einer Punktion durch den Bauch der Mutter in den Brustkorb des Kindes und damit in die Lunge vordringen und das Wasser mittels einer Drainage ablassen. Oder bei einer Blutarmut des Kindes können wir über die Nabelschnur eine Bluttransfusion vornehmen – das geschieht ultraschallgesteuert.

Nach all den medizinischen Fragen jetzt noch ein kurzer Abstecher ins Private: Wie schalten Sie nach einem langen Arbeitstag am besten ab?

Prof. Schauf: Naja, so richtig schaltet man in diesem Beruf nie ab. Viel wichtiger finde ich, dass man die schönen Erlebnisse der Arbeit mit nach Hause nimmt. In meiner Freizeit gehe ich gerne Wandern, Radfahren und Skifahren. Sie sehen: Memmingen gefällt mir auch wegen der Nähe zu den Bergen.

 

Zur Person:

Prof. Dr. Burkhard Schauf ist 1963 in Bonn geboren und hat nach seinem Medizinstudium unter anderem an den Universitäts-Frauenkliniken in Gießen (mit dortiger Promotion) und Tübingen (als Oberarzt und Bereichsleiter der Fetalmedizin) gearbeitet. Nach seiner Habilitation und Ernennung zum außerplanmäßigen Professor war er von 2009 bis 2020 Chefarzt der Frauenklinik der Sozialstiftung Bamberg. Er ist Facharzt für Frauenheilkunde mit der Fachweiterbildung Spezielle Geburtshilfe und Perinatologie.

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