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Anästhesie-Oberarzt Dr. Michael Laupheimer klärt über die Ursachen und Symptome eines Eisenmangels auf. Foto: Ulrich Haas
Eisenmangel ist eine der weltweit häufigsten Mangelerscheinungen. Er führt dazu, dass der Körper nicht genügend Hämoglobin für den Sauerstofftransport bilden kann. Ein Eisenmangel kann sich durch Müdigkeit, Haarausfall, Atemnot oder Schwindel bemerkbar machen. Über die Ursachen und Symptome informiert Anästhesie-Oberarzt Dr. Michael Laupheimer bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 14. Januar, um 19 Uhr, im Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) des Klinikums Memmingen.
Woran erkenne ich, dass ich unter einem Eisenmangel leide?
Dr. Michael Laupheimer: Eisenmangel ist in Deutschland ein weit verbreitetes Problem, das rund acht bis zehn Prozent der Bevölkerung betrifft. Frauen im gebärfähigen Alter, Kinder und Jugendliche, Vegetarier und Veganer sowie Sportler und Senioren sind dabei besonders betroffen. Typische Symptome eines Eisenmangels sind ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Blässe, brüchige Nägel und Haarausfall sowie Atemnot und Herzklopfen bei leichter körperlicher Belastung.
Was sind die Ursachen für einen Eisenmangel?
Dr. Michael Laupheimer: Hauptursache für einen Eisenmangel ist ein Blutverlust, zum Beispiel durch eine starke Menstruation oder aufgrund von Blutungen im Magen-Darm-Trakt, wie sie beispielsweise durch Geschwüre vorkommen können. Auch durch Wachstum, Schwangerschaft und Stillen entsteht ein erhöhter Bedarf an Eisen. Ein Mangel kann auch durch eine unzureichende Aufnahme durch die Nahrung entstehen – oft bei vegetarischer oder veganer Ernährung. Denn tierisches Eisen wird vom Körper besser aufgenommen als andere eisenreiche Nahrungsmittel.
Wie kann ich einem Eisenmangel entgegenwirken?
Dr. Michael Laupheimer: Durch eisenreiche Lebensmitteln wie das eben genannte Fleisch, aber auch durch Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte oder grünes Gemüse. Idealerweise trinkt man dazu ein Glas Orangensaft. Denn durch den Vitamin-C-Gehalt des Saftes kann der Körper das Eisen besser aufnehmen. Milch, Kaffee und schwarzer Tee dagegen hemmen die Eisenzufuhr. Deswegen sollte man sie besser nicht zum Essen trinken.
Und wenn dies nicht ausreicht, um einen Eisenmangel zu decken?
Dr. Michael Laupheimer: Bei einem starken Mangel können ärztlich verordnete Eisenpräparate notwendig werden. Allerdings sollte man niemals eigenmächtig zu Präparaten greifen, um Organschäden durch eine Überdosierung zu vermeiden. Bitte gehen Sie vorher zum Hausarzt. Er macht eine Blutuntersuchung, um die tatsächliche Diagnose festzustellen. Denn Symptome wie Müdigkeit beispielsweise können auch eine andere Ursache haben.
Als Transfusionsverantwortlicher sprechen Sie beim Informationsabend auch über das Thema Blutspende. Warum?
Dr. Michael Laupheimer: Um auf die Bedeutung der Blutspende hinzuweisen. Denn Blut ist ein knappes Gut. Es kann nicht künstlich hergestellt werden. Allerdings steigt der Bedarf an Blutspenden. Das hat mit unserer alternden Bevölkerung zu tun. Millionen von Menschen sind jedes Jahr auf Bluttransfusionen angewiesen – etwa nach Unfällen, bei Operationen oder bei der Behandlung von Krebs und chronischen Krankheiten. Leider sinken aber die Spenderzahlen. Denn die Baby-Boomer-Generation, die einen Großteil der Spenderinnen und Spender darstellt, wird immer älter. Das ist eine Entwicklung, die langfristig zur Herausforderung für die Versorgungssicherheit werden kann.
Was kann getan werden, um mehr junge Blutspender zu gewinnen?
Dr. Michael Laupheimer:
Wir müssen auf die Bedeutung der Blutspende hinweisen. Um die Jugendlichen zu sensibilisieren, gibt es entsprechende Kampagnen in Schulen. Wie wichtig das Thema ist, merken viele erst, wenn sie selbst oder Familienangehörige durch Unfälle oder Blutverlust, beispielsweise im Rahmen einer Geburt, davon betroffen sind. Eine einzige Blutspende kann bis zu drei Leben retten.
Stimmt es, dass regelmäßiges Blutspenden gesund ist?
Dr. Michael Laupheimer
Erstmal ist eine Blutspende ein regelmäßiger Gesundheitscheck. Das gespendete Blut wird auf verschiedene Infektionskrankheiten wie Hepatitis und HIV untersucht. Außerdem hilft Blutspenden, den Blutdruck zu senken und reduziert damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Blutspenden die Stimmung hebt, das generelle Wohlbefinden positiv beeinflusst und die Leistungsfähigkeit erhöht.