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Chefarzt Prof. Dr. Andreas May (links) und Elektrophysiologie-Sektionsleiter Dr. Daniel Zimmer von der Medizinischen Klinik I am Klinikum Memmingen informieren über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Vorhofflimmern. Fotos: Koch/Klinikum Memmingen
Vorhofflimmern ist eine Volkskrankheit. Mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter – Tendenz steigend. Oft bleibt die Erkrankung unbemerkt, weil nicht jeder Betroffene Symptome spürt. Chefarzt Prof. Dr. Andreas May und Oberarzt Dr. Daniel Zimmer von der Medizinischen Klinik I am Klinikum Memmingen sprechen bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 4. Februar, um 19 Uhr, im Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) des Klinikums Memmingen, über die Ursachen und Therapiemöglichkeiten bei Vorhofflimmern.
Was genau versteht man unter Vorhofflimmern?
Chefarzt Prof. Dr. Andreas May: Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, und zwar die häufigste in Deutschland. Auslöser sind Störsignale aus den Lungenvenen, welche die Herzmuskelzellen der Vorhöfe aus dem Takt bringen. Vorhofflimmern kann sich durch Herzrasen, Herzstolpern, einen unregelmäßigen Puls, Atemnot, Schwäche oder Schwindel äußern. Es gibt aber auch Menschen, die keine Symptome spüren.
Warum ist bei Verdacht auf Vorhofflimmern eine ärztliche Abklärung wichtig?
Chefarzt Prof. Dr. Andreas May: Unbehandelt erhöht Vorhofflimmern das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden oder eine Herzschwäche zu entwickeln, was zu einer früheren Sterblichkeit führen kann.
Gibt es Risikofaktoren für Vorhofflimmern?
Chefarzt Prof. Dr. Andreas May: Ja, die gibt es. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Alter, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht. Außerdem spielt der Lebensstil eine Rolle wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Stress, Rauchen oder ein erhöhter Alkoholkonsum.
Wie wird Vorhofflimmern behandelt?
Oberarzt Dr. Daniel Zimmer: Die Behandlung von Vorhofflimmern zielt darauf ab, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen und die Herzfrequenz zu kontrollieren. Sicher und effektiver als mit einer medikamentösen Therapie lässt sich die Rhythmusstörung mit Hilfe eines minimalinvasiven Kathetereingriffs behandeln.
Was genau versteht man darunter?
Oberarzt Dr. Daniel Zimmer: Die Katheterablation gilt als die erfolgversprechendste Behandlung bei Vorhofflimmern. Dabei wird das verantwortliche Herzmuskelgewebe, das die Störsignale verursacht, minimalinvasiv verödet. Neben den etablierten Ablationsverfahren, die mit Kälte oder Hitze arbeiten, bieten wir am Klinikum Memmingen auch eine neue, hocheffektive Ablationsmethode an, die mit Hilfe von hochenergetischen elektrischen Impulsen das betroffene Gewebe gezielt verödet, ohne dass dabei empfindliches Gewebe in unmittelbarer Nachbarschaft verletzt wird.
Ist dieses neue Verfahren für jeden Patienten geeignet?
Prof. Dr. Andreas May: Die Entscheidung, welche Behandlung für den jeweiligen Patienten die Richtige ist, treffen wir nach einem ärztlichen Vorgespräch stets individuell. Denn die Therapie ist abhängig von der Art der Herzrhythmusstörung, von den Vorbefunden des Patienten und von weiteren Faktoren. Uns stehen am Klinikum Memmingen alle modernen Techniken zur Behandlung von Rhythmusstörungen zur Verfügung. So können wir für den Patienten die Passende auswählen.
Sektionsleiter Dr. Daniel Zimmer im Schaltraum des Herzkatheter-Labors (linkes Foto) und während einer Ablation im Herzkatheter-Labor (rechtes Foto, links im Bild). Fotos: Koch/Klinikum Memmingen