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Klinikum Memmingen

Klinik für Allgemein -, Visceral -, Gefäß - und Thoraxchirurgie

Speiseröhrenchirurgie

Die Prognose des fortgeschrittenen Ösophaguscarcinoms ist sowohl für das Plattenepithel- wie für das Adenocarcinom nach wie vor ungünstig. In den früheren Tumorstadien bleibt die radikale Tumorchirurgie die einzig gesicherte Heilungschance, wenn auch die alternativen Therapieverfahren (Radiochemotherapie) deutliche Fortschritte erzielt haben. Sowohl beim Adeno- wie beim Plattenepithelcarcinom der Speiseröhre ist die en-bloc-Resektion der Speiseröhre und radikale Lymphknotendissektion und der Ersatz der Speiseröhre durch einen Magenschlauch das chirurgische Standardverfahren. Die radikale Durchführung der Operation erfordert einen 2-Höhlen-Eingriff.

Der 2-Höhlen-Eingriff bedeutet eine hohe Operationsbelastung mit einer relativ hohen Komplikationsrate. Die Letalität dieses Eingriffes liegt an unserer Klinik unter 5% mit einem hohen Anteil von Risikopatienten im Operationsgut.

Um die Operationsbelastung zu verringern haben wir seit 1999 die minimalinvasive, thorakoskopische en-bloc-Ösophagektomie entwickelt und führen diese mit der selben Radikalität der offenen Eingriffe durch. Der große Vorteil ist die Vermeidung der Brustkorberöffnung mit entsprechender postoperativer Einschränkung der Atemfunktion. Die Verbindung der oberen Speiseröhre mit dem Magenschlauch als Speiseröhrenersatz erfolgt im Brustkorb mit einem circulärem Klammernahtgerät in besonderer Technik. Die abschwenkbare Andruckplatte wird transoral eingeführt. Diese Technik erlaubt eine sichere und übersichtliche Verbindung der oberen Speiseröhre mit dem Magenschlauch.  Durch dieses Verfahren konnte die operative Belastung für den Patienten und damit die postoperative Komplikationsrate deutlich gesenkt werden.

In Einzelfällen und bei spezifischer Indikation führen wir den Speiseröhrenersatz mit einem gefäßgestielten Dickdarmanteil durch. Der Vorteil ist der Erhalt des Magens in seiner Reservoirfunktion.

Bei besonderer Risikosituation führen wir dieses Verfahren zweitzeitig durch. In einer ersten Operation erfolgt die Sicherung des Speisepassage durch einen gefäßgestielten Dickdarmanteil. Nach erfolgter Rekonvaleszenz wird in einer zweiten Operation die Speiseröhre en bloc minimalinvasiv thorakoskopisch entfernt.

Bei Frühcarcinomen im unteren Anteil der Speiseröhre (Barrettcarcinom) ohne Anhalt für regionale Metastasierung wird der betreffende Speiseröhrenanteil und die Cardia segmental reseziert und ein gefäßgestieltes Dünndarminterponat dazwischen geschaltet (OP nach Merendino). Mit diesem Operationsverfahren bestehen an der Klinik gute Erfahrungen. Es ist naturgemäß weit weniger belastend als die komplette Speiseröhrenentfernung

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