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70.000 Menschen erkranken jährlich an Darmkrebs

Rund 100 Darmkrebsoperationen pro Jahr werden am Zertifizierten Darmkrebszentrum des Klinikums Memmingen durchgeführt (im Bild von rechts: Chefarzt Professor Dr. Dr. h.c. Carsten N. Gutt und Oberärztin Dr. Walburga Rauner). Foto: Klinikum Memmingen

 

Rund 70.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Darmkrebs. Allerdings wäre ein Großteil aller Erkrankungen vermeidbar, wenn die Menschen regelmäßig zur Vorsorge gingen, betonen Ärzte des Zertifizierten Darmkrebszentrums am Klinikum Memmingen: „Krebs-Vorsorge ist auch in der Corona-Zeit wichtig!“

Der Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern und Frauen. Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, kontinuierlich an.

„Einer von circa 20 Menschen bekommt im Lauf seines Lebens Darmkrebs. Dabei wäre eine Erkrankung grundsätzlich vermeidbar“, unterstreicht der Leiter des Zertifizierten Darmkrebszentrums, Prof. Dr. Dr. h.c. Carsten N. Gutt (Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie).   Durch körperliche Aktivität lasse sich das Erkrankungsrisiko um bis zu 25 Prozent minimieren, so Gutt. Rauchen dagegen erhöhe das Erkrankungsrisiko um bis zu 50 Prozent. Auch rotes und verarbeitetes Fleisch wurde von der Weltgesundheitsorganisation als krebserregend eingestuft: „Der wöchentliche Verzehr sollte deswegen 300 bis 500 Gramm nicht übersteigen.“ Allerdings konsumiere der Durchschnittsbürger pro Woche mehr als das Vierfache.

Frühe Vorstufen von Krebs – der meist durch entartete Polypen im Darm entsteht – lassen sich bei einer Darmspiegelung diagnostizieren und entfernen.

„Die Spiegelung wird ab dem 50. Lebensjahr empfohlen“, erklärt Oberärztin Dr. Walburga Rauner. Durch die Darmspiegelung lasse sich das Erkrankungsrisiko um 80 bis 90 Prozent reduzieren.

Nicht nur Polypen im Darm, sondern auch ganz frühe Stadien von Krebsgeschwüren können laut Chirurgin Rauner bei einer Spiegelung entfernt werden.

„Bestehen allerdings bereits Symptome wie Blut im Stuhl, eine Änderung des Stuhlgangs oder Bauchbeschwerden, ist der Tumor meist schon weiter fortgeschritten“, erklärt Rauner. Dann helfe nur eine Operation – möglicherweise in Verbindung mit einer Chemo- und Strahlentherapie.

„Während einer Operation entfernen wir nicht nur den Tumor selbst, sondern auch den angrenzenden Darmanteil mit entsprechendem Sicherheitsabstand sowie das dazugehörige Lymphabflussgebiet“, erklärt Rauner. Denn hier gelegene Lymphknoten könnten ebenfalls befallen sein.

„Sitzt der Tumor in der Nähe des Schließmuskels, kann es vorkommen, dass wir einen künstlichen Darmausgang anlegen müssen“, so die Chirurgin. Allerdings könne dieses sogenannte Stoma nach Ausheilung des Darmes zum Großteil wieder zurückgelegt werden.

Besondere Risiken einer Operation sind laut Oberärztin Rauner Wundheilungsstörungen oder eine undichte Darm-Naht, aber auch Probleme beim Stuhlgang oder Störungen der Sexualfunktion.

„Eine Operation im Bauchraum ist diffizil“, unterstreicht die Chirurgin. Deswegen sei es wichtig, dass sich die Betroffenen in einem zertifizierten Zentrum behandeln lassen: „Denn hier haben die Ärzte am meisten Erfahrung und arbeiten mit Spezialisten anderer Fachabteilungen zusammen.“

Das Darmkrebszentrum am Klinikum Memmingen wurde im Jahr 2008 als erstes Zentrum in ganz Schwaben zertifiziert. Rund 100 Darmkrebsoperationen werden laut Chefarzt Gutt jährlich in Memmingen durchgeführt.

„Viele Patienten schätzen unsere Expertise und kommen zu uns, um sich – vor einer bereits geplanten Behandlung – eine Zweitmeinung bei uns einzuholen“, erklärt Gutt.

Die Operationen am Zertifizierten Darmkrebszentrum des Klinikums Memmingen werden größtenteils laparoskopisch (siehe Infokasten) mit Hilfe der Schlüssellochtechnik (minimal-invasiv) durchgeführt. Es wird jedoch bei jedem Patienten individuell entschieden, welches Operationsverfahren sinnvoll ist.

„Auch wenn ein größerer Bauchschnitt erforderlich ist, erholen sich die Patienten normalerweise gut von der Operation“, betont Rauner.

Für alle Tumorstadien zusammengenommen besteht eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von circa 63 Prozent, bei sehr frühen Stadien beträgt die Rate bis zu 90 Prozent.

 „Selbst ein spätes Krebsstadium mit Metastasen in Leber und Lunge ist noch kein Todesurteil“, unterstreicht der Chefarzt. „Auch solche Patienten haben wir hier am Darmkrebszentrum schon geheilt.“

 

Laparoskopische Chirurgie:

Die laparoskopische Chirurgie ist ein Teilgebiet der Chirurgie, bei der mit Hilfe eines optischen Instruments und indirekt zu bedienender Pinzetten und Messer chirurgische Operationen innerhalb der Bauchhöhle vorgenommen werden.

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