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Fachkrankenschwester Katja Maucher-Ulbrich vom Klinikum Memmingen bietet spezielle Yogastunden für Krebspatienten und ihre Angehörigen an. Foto: Studio Zuchtriegel
Bei einer Krebserkrankung wird immer öfter Yoga empfohlen, denn Studien belegen, dass regelmäßige Yogaübungen die Lebensqualität von Krebspatienten steigern und Nebenwirkungen der Therapie lindern können. Die onkologische Fachkrankenschwester Katja Maucher-Ulbrich vom Klinikum Memmingen ist ausgebildete Yogalehrerin und bietet speziell für Krebspatienten und ihre Angehörigen Yogastunden an. Bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 25. Februar, um 19 Uhr, im Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) des Klinikums Memmingen spricht sie über die positiven Effekte von Yoga bei Krebs.
Welchen Nutzen hat Yoga bei einer Krebserkrankung?
Katja Maucher-Ulbrich: Yoga kann – ergänzend zur Schulmedizin – zu einer ganzheitlichen Behandlung bei Krebs beitragen. Denn wissenschaftlich Studien belegen, dass regelmäßiges Yogatraining das Wohlbefinden der Patienten steigert und die Lebensqualität sowie den Schlaf der Erkrankten verbessert.
Warum ist das so?
Katja Maucher-Ulbrich: Durch die Kombination aus Bewegung, Atmung und Achtsamkeit hilft Yoga den Betroffenen, den eigenen Körper wieder mehr zu spüren. Dadurch wird Stress abgebaut und auch Schmerzen können gelindert werden. Außerdem fördert Yoga das seelische Gleichgewicht der Patienten. Das Vertrauen in den eigenen Körper wird gestärkt und man bekommt wieder eine positivere Einstellung zum Leben. Das kann gerade in schwierigen Zeiten sehr nützlich sein.
In welchem Krankheitsstadium wird Yoga besonders empfohlen?
Katja Maucher-Ulbrich: In jedem Krankheitsstadium kann Yoga nützlich sein. Schon bei der Diagnosestellung ist Yoga eine wirkungsvolle Unterstützung, weil es aktiv zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden beitragen kann. Genauso hilft es natürlich während und nach der Erkrankung. Yoga senkt nachweislich die Entzündungsparameter und unterstützt das Immunsystem. So können die Betroffenen ihren Heilungsweg bewusst mitgestalten.
Warum ist es wichtig, dass Krebspatienten Yoga-Kurse besuchen, die speziell auf die Erkrankten zugeschnitten sind?
Katja Maucher-Ulbrich: Denn diese Kurse berücksichtigen die speziellen physischen und psychischen Bedürfnisse von Menschen mit oder nach einer Krebserkrankung. Viele leiden unter Nebenwirkungen der Krebstherapien wie chronische Erschöpfung, Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Flüssigkeitsansammlungen. Diese Beschwerden berücksichtige ich in meinen Yogastunden. Ich passe die Atem-, Körper- und Entspannungsübungen an die individuellen Bedürfnisse meiner Patienten an. Viele Übungen können im Sitzen oder Liegen durchgeführt werden. Der Fokus liegt auf Achtsamkeit, nicht auf Leistung.