Auch im Katastrophenfall bestens gerüstet
Krisenmanagement am Klinikum Memmingen erhält renommiertes Zertifikat – Vorreiterrolle in Deutschland

Das Krisenmanagement am Klinikum Memmingen funktioniert reibungslos. Das hat jetzt eine Prüfung durch externe Gutachter ergeben. (Unser Foto stammt von einer Katastrophenschutz-Übung am Klinikum Memmingen.) Archivfoto: Eva Maria Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen
Ob Cyberangriff, Stromausfall oder ein plötzlicher Zustrom vieler Verletzter nach einer Großschadenslage: Krankenhäuser müssen zu jeder Zeit voll funktionsfähig sein. Das Klinikum Memmingen hat jetzt die Bestätigung, dass es auch im Katastrophenfall bestens gerüstet ist. Denn als eine von wenigen Kliniken in Deutschland und als erste Klinik in der Region wurde das Haus nach den strengen Richtlinien der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus-Einsatzplanung, kurz DAKEP, erfolgreich zertifiziert.
„Auf außergewöhnliche Notfallsituationen wie IT-Angriffe, Amoklagen, Großbrände, Pandemien oder Unfälle mit Gefahrenstoffen muss sich ein Krankenhaus aktiv vorbereiten“, erklärt Dr. Rupert Grashey, Chefarzt der Stabsstelle für Notfall- und Katastrophenmedizin am Klinikum Memmingen. „Dass unsere Notfallpläne nicht nur auf dem Papier existieren, sondern auch im Ernstfall sofort greifen, hat jetzt die anspruchsvolle Zertifizierung unseres Krisenmanagements bewiesen.“
Während einer intensiven Prüfung vor Ort nahmen spezielle Visitatoren den Krankenhausalarm- und Einsatzplan des Klinikums unter die Lupe. Dabei wurden nicht nur Pläne gelesen, sondern auch die Abläufe in der Praxis genau überprüft.
„Weiß jeder Mitarbeitende im Ernstfall sofort, was er tun muss? Existieren die für den Katastrophenfall notwendigen Räumlichkeiten, Gerätschaften und Alarmierungssysteme? Läuft die Rettungskette stabil?“, zählt Chefarzt Grashey einige wichtige Punkte auf. Dabei nahmen die Prüfer unter anderem die vereinbarten Absprachen mit Rettungsdiensten und Feuerwehr unter die Lupe, die Bevorratung des Klinikums mit Schutzausrüstung und Medikamenten sowie die Pläne für die Aktivierung von Isolationsbereichen für kontaminierte oder infektiöse Patienten.
„Ein wichtiger Punkt, der kontrolliert wurde, sind auch unsere Notfallkonzepte zur Sicherstellung der Energie-, Lebensmittel- und Gasversorgung, die bei bestimmten Ausfallszenarien greifen müssen, um den Klinikbetrieb aufrechtzuerhalten“, so Grashey.
Das Ergebnis der Prüfung: Das Krisen- und Katastrophenschutzmanagement des Klinikums ist professionell aufgestellt, praktisch erprobt und auf dem neuesten Stand.
„Auf diese Strukturen können sich die Menschen in unserer Region verlassen“, erklärt Dr. Rupert Grashey und ergänzt noch: „Ein Alarmplan darf allerdings kein statisches Dokument sein, das in irgendeinem Ordner abgelegt wird. Er muss sich durch das Feedback aus realen Sonderlagen und Übungen stetig verändern. Der externe Blick durch die Auditoren hilft uns, uns ständig weiterzuentwickeln.“
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Prüfung gehört das Klinikum Memmingen zu den Vorreitern in Sachen Katastrophenschutz und Krisenmanagement in Deutschland.
Das DAKEP-Zertifikat der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus-Einsatzplanung wird in enger Zusammenarbeit mit der Qualitätsgesellschaft Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen, kurz KTQ, vergeben.
Eine Liste aller zertifizierten Krankenhäuser finden Sie hier.
Dr. Rupert Grashey, Chefarzt der Stabsstelle für Notfall- und Katastrophenmedizin. Foto: Koch/Klinikum Memmingen