Hohe Geburtenrate trotz allgemeinen Geburtenrückgangs
Klinikum Memmingen erfährt großen Zuspruch von werdenden Eltern – Sicherheitskonzept und Schwangerensprechstunde kommen gut an
Die leitende Hebamme Stephanie Frick (links) und der leitende Oberarzt Dr. Maximilian Hütter arbeiten Hand in Hand für eine bestmögliche Versorgung der Schwangeren. Foto: Eva Maria Häfele/Pressestelle Klinikum Memmingen
Trotz des allgemeinen Geburtenrückgangs liegt die Geburtenrate am Klinikum Memmingen konstant auf einem hohen Niveau. Das liegt zum einen an strukturellen Verschiebungen im Gesundheitssystem durch die Schließung umliegender Geburtskliniken wie Illertissen oder Krumbach. Zum anderen aber auch an der bewussten Entscheidung der Eltern für das Klinikum Memmingen, das als Perinatalzentrum Level 1 maximale Sicherheit für Mutter sowie Kind ermöglicht und die persönlichen Bedürfnisse der Schwangeren berücksichtigt.
„Bundesweit sind die Geburtenzahlen seit Jahren rückläufig“, erklärt Dr. Maximilian Hütter, leitender Oberarzt der Frauenklinik am Klinikum Memmingen sowie Leiter der Sektion Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Am Klinikum Memmingen allerdings hält sich die Geburtenrate mit rund 2.000 Entbindungen im Jahr 2024 und über 2100 Entbindungen im Jahr 2025 konstant auf einem hohen Niveau. Dr. Hütter führt dies unter anderem auf ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis der werdenden Eltern zurück.
„Schwangere Frauen tendieren zunehmend zu Häusern mit maximaler Versorgungsstufe – selbst bei unauffälligen Schwangerschaften“, bemerkt Hütter. „Als spezialisiertes Zentrum bieten wir durch unsere technische Ausstattung und die sofortige Verfügbarkeit von erfahrenen Ärzten ein hohes Maß an Sicherheit.“ Dadurch kann im Notfall eine sofortige intensivmedizinische Versorgung von Mutter und Kind gewährleistet werden – ohne zeitaufwendigen Transport in eine andere Klinik.
„Neben dem maximalen Schutz für Mutter und Kind ist es uns aber auch wichtig, die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der werdenden Mütter zu berücksichtigen“, betont die leitende Hebamme Stephanie Frick. „Wir möchten, dass unsere Schwangeren die Geburt in einer schönen, angstfreien und stressarmen Atmosphäre erleben können.“ Dabei wird auch die Begleitperson als wichtige Stütze in die Geburt mit eingebunden.
Ein großes Anliegen ist dem Kreißsaalteam eine natürliche Geburt: „Weil sie in den meisten Fällen das Beste für Mutter und Kind ist“, so Frick. „Die Mütter erholen sich deutlich schneller nach der Entbindung und für die Kinder ist es in der Regel das Beste und Gesündeste, was man ihnen mit auf den Weg geben kann.“ Seit Jahren liegt die Kaiserschnittrate am Klinikum mit rund 26 Prozent deutlich unter dem bayerischen und bundesweiten Durchschnitt, der bei über 30 Prozent liegt.
„Man braucht viel Wissen und Erfahrung, um keinen unnötigen Kaiserschnitt zu machen“, erklärt Dr. Hütter. „Allerdings darf eine vaginale Geburt nie auf Kosten der Sicherheit gehen. Der Schutz von Mutter und Kind hat oberste Priorität.“
Im Vorfeld der Entbindung haben die werdenden Eltern die Möglichkeit, sich bei einem sogenannten „präpartalen Gespräch“ mit ihren Fragen und Anliegen an das Kreißsaalteam zu wenden. „Diese vorgeburtliche Sprechstunde in unserer neu geschaffenen Ambulanz wird sehr gut angenommen“, erzählt Dr. Hütter. Bis zu 50 Schwangere werden hier wöchentlich betreut. „Das ist zwar ein großer personeller Aufwand, aber es zahlt sich aus“, betont der Oberarzt. „Denn die werdenden Eltern haben einen hohen Informationsbedarf und die Verzahnung von ambulanter Betreuung, Kreißsaal und Station ist uns sehr wichtig.“
Im Perinatalzentrum Level 1 des Klinikums, das die höchste medizinische Versorgungsstufe für Mutter und Kind bietet, werden auch vermehrt Schwangerschaften mit einem erhöhten Risiko für das Ungeborene beziehungsweise die Mutter betreut.
„Zu den Risikoschwangerschaften zählen beispielsweise Mehrlingsschwangerschaften wie Zwillinge oder Drillinge, Auffälligkeiten bei der Versorgung oder dem Wachstum des Kindes im Mutterleib sowie kindliche Fehlbildungen sowie Erkrankung von Mutter oder ungeborenem Kind“, zählt Dr. Hütter auf. Diese Schwangeren können auf Zuweisung durch die gynäkologische Praxis über die Spezialsprechstunde für Pränataldiagnostik und Pränatalmedizin bereits während der Schwangerschaft im Klinikum engmaschig ambulant mitbetreut werden. „Das hat den großen Vorteil, dass wir die Frauen und ihre Krankengeschichte bereits genau kennen, bevor sie zu uns zur Geburt kommen“, betont Dr. Hütter. So kann sich das Kreißsaalteam optimal auf die anstehende Geburt vorbereiten und bei Bedarf auch spezialisierte Kinderärzte des Hauses hinzuziehen.
Auch nach der Geburt auf der Wochenstation wird eine ganzheitliche Betreuung der Familien großgeschrieben. Deswegen hat das Klinikum zusätzlich zur Visite von Ärzten und Pflegekräften eine Hebammenvisite eingeführt.
„Gemeinsam mit den Pflegekräften überwachen wir den Verlauf des Wochenbetts, beantworten Fragen der Mütter rund um die Geburt und stehen für Tipps und Ratschläge zur Verfügung“, erklärt Frick. Sie fügt mit einem zufriedenen Blick hinzu, dass „die Geburtsabteilung seit Jahren bei Patientenbefragungen immer hervorragende Beurteilungen erhält“.